Travel Ban- die Einreisesperre für Reisende aus Europa in die USA

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Unseren Sohn in Washington während der Herbstferien Mitte Oktober treffen? Von wegen! Harry Potter und den T-Rex in den Universal Studios besuchen? Vielleicht irgendwann im Sommer 2022. Ein Roadtrip über die einsame Route 66? Gibt’s nur im Kino oder im TV.

 

Amerika ist dicht, und das soll es nach dem Willen seiner Regierung bleiben. Noch in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Joe Biden nach dem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel eine Überprüfung der Einreisesperre für Reisende aus Europa in Aussicht gestellt.

 

Nun verkündet das Weiße Haus am 26.07.2021 die Antwort: Der seit mehr als 16 Monaten geltende Travel Ban bleibt bestehen. „Nein, nicht auf ewig“, versichert zwar Bidens Sprecherin Jen Psaki. Aber sie stellt weder eine Befristung noch ein Datum für eine Überprüfung in Aussicht.

 

Offiziell begründet wird die Restriktion mit der rasanten Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Und tatsächlich kann man die Frage stellen, ob angesichts der drohenden vierten Welle der Pandemie das Reisen rund um den

 

Globus eine hohe Priorität besitzt und vordringlich erleichtert werden sollte. Millionen ungeimpfte Deutsche oder in Deutschland lebende Reisende bevölkerten Spanien, Portugal und andere Länder, Zehntausende liefen bei Demos ohne Maske & Abstand

 

durch deutsche Städte und wilde Partys sorgten dafür das die Inzidenzen stetig wieder steigen. Alles das war von unserem Politikern abzusehen. In den USA steht der Impffortschritt seit 6 Wochen still, aber die Bürger haben dort weiterhin alle Freiheiten.

 

Nachfolgende Zeilen stammen aus einem Artikel vom Redaktionsnetzwerk Deutschland vom 27.07.2021 (Fotos von Claudia, Steffen und Andrej Woiczik)

Man folge nur dem Rat der Wissenschaft, versichert Psaki – und das klingt zunächst vernünftig. Doch leider ist das nicht einmal die halbe Wahrheit. Die Infektionsraten in den USA liegen deutlich höher als beispielweise in Deutschland. Der Impfstand ist vergleichbar.

 

 

Mehr als 80 Prozent der neuen Fälle in Amerika und Deutschland gehen auf die Delta-Variante zurück. Wie diese Entwicklung gebremst werden soll, indem man Reisende aus Europa aussperrt, die eigenen Bürgerinnen und Bürger aber bedenkenlos ins geöffnete Europa an die Strände Spaniens oder Griechenlands reisen lässt,

 

kann kein Wissenschaftler und keine Wissenschaftlerin begründen. Traumziel Cancun: Europäer, die am Strand von Mexiko einen zweiwöchigen Zwischenstopp einlegen, können ohne Probleme in die USA einreisen. Zudem ist der Travel Ban völlig unsystematisch.

 

 

Er wurde im März 2020 von Donald Trump verhängt und betrifft die europäischen Schengen-Staaten und Großbritannien genauso wie China und den Iran. Doch weder die Türkei, noch Saudi-Arabien, Marokko oder Mexiko stehen auf der Liste.  Was ist da die Sinnhaftigkeit?

 

 

Nicht nur können die Bürgerinnen und Bürger dieser Staaten ohne Probleme in die USA fliegen. Auch jeder Deutsche oder Franzose, der zwei Wochen Zwischenstopp in Istanbul oder am Strand von Cancun einlegt, dort fleißig Bars besucht und mit vielen potentiellen Virusträgern in Kontakt kommt, darf ungehindert in die USA einreisen – er kommt ja nicht direkt aus Europa. Das ist reichlich widersinnig. Zum politischen und menschlichen Skandal aber wird die willkürliche Endloseinreisesperre, weil sie nicht nur den Tourismus ausbremst.

 

 

Sie betrifft genauso unzählige Europäer und Europäerinnen, die mit bestimmten Visa in Amerika leben und ihre Partner oder Familien auf der anderen Seite des Kontinents seit nunmehr anderthalb Jahren nicht sehen können.

 

 

Und sie schadet direkt der deutschen Wirtschaft. Viele Tochterunternehmen in den USA sind auf Montage, Vertriebsunterstützung oder Service aus der Heimat angewiesen.

 

 

Doch das entsprechende Personal kann derzeit nur in sehr begrenzten und nicht klar definierten Situationen eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Viele Mittelständler müssen inzwischen um ihr Geschäft fürchten.

 

„America first“ erinnert an Trump

Das alles könnte den Eindruck nähren, Joe Biden wolle unter dem Vorwand der Corona-Pandemie die nationalistische „America-first“-Politik seines Vorgängers Donald Trump mit einer Mauer im Atlantik fortsetzen.

 

 

Doch dieser Vorwurf blendet die innenpolitischen Zwänge des neuen Präsidenten aus. Tatsächlich tobt in Amerika wie in Deutschland ein irrationaler Kulturkampf über angebliche Freiheitsverluste durch staatliche Impfvorschriften. Die amerikanischen Sorgen vor den Infektionsgefahren durch Besucherinnen und Besucher von Übersee wären leicht zu entkräften, wenn das Land (wie umgekehrt Europa) nur vollständig geimpfte Reisende einreisen ließe.

 

 

Doch das wäre Wasser auf die Mühlen jener Impfgegner in den USA, die seit Monaten phantasieren, finstere Mächte wollten ihnen in der Pandemie mit der Spritze zwangsweise irgendwelche Chips ins Hirn einpflanzen.

 

Biden hat genug Probleme, die bedrohlich ins Stocken geratene Impfkampagne im eigenen Land am Laufen zu halten. Für eine weitere Schlacht mit den rechten Anti-Vaxxern fühlt er sich offenbar nicht stark genug.

 

Das mag man sehr bedauern. Doch letztlich geht es dem Präsidenten nicht anders als vielen deutschen Politikerinnen und Politikern, die im Wahlkampf das heikle Thema der Impfgebote lieber totschweigen, obwohl diese endlich den Geimpften ihre Freiheitsrechte zurückgeben würden.

 

Wer sich aber im eigenen Land nicht traut, für unbequeme Wahrheiten zu kämpfen, der sollte den Zeigefinger in Richtung Washington besser gleich steckenlassen.

 

 

„Woiczik bleibt doch mal mit deinem Arsch zu Hause“

Wie oft hörte ich dieses bereits in „Vor Coronazeiten“ im Bekannten- und Freundeskreis. „Du bist doch schon so oft in den USA gewesen, da kannst du doch noch ein oder zwei Jahre warten“. Eigentlich kann man dagegen nichts sagen,

 

 

aber wenn man sein in den USA arbeitendes Kind nicht sehen kann, ist dieses schon sehr traurig. Während Steffen in seiner Freizeit bzw. Urlaub New York, Chicago, Atlanta, Buffalo, Boston, Miami, Niagara Fälle und zahlreiche Freizeit-und Wasserparks usw. besuchen konnte, war ich coronabedingt nur in Deutschland und Österreich unterwegs.

 

 

 

Was nun?

Abwarten & Tee bzw. Kaffee trinken. Es kann sein, dass der „Travel ban“ Ende September 2021 oder erst im Sommer 2022 endet. Mehr als kurzfristig zu buchen, mit Deadline Anfang Oktober ist leider nicht drin. Kanada ist ein tolles Land, der Trip nach Kanada im Sommer 2013 war atemberaubend,

 

aber Kanada ab Mitte Oktober als Alternative zu den USA ist zu kalt und zu verregnet. Im Sommer sind noch vier Kurztrips innerhalb von Deutschland und möglicherweise mit einem Abstecher nach Belgien geplant, ansonsten müssen wir trotz erfolgter Impfung (seit April 2021) mit unserem „Arsch“ zu Hause bleiben.

 

Dazu noch ein Bericht in der Bild-Zeitung: Bis mindestens September: Europäer dürfen immer noch nicht in die USA – Politik Ausland – Bild.de

2 Gedanken zu „Travel Ban- die Einreisesperre für Reisende aus Europa in die USA

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