Corona Spreewaldmarathon am 16.05.2020

Update vom 05.06.2020

1108 Teilnehmer nahmen am 1. Spreewaldmarathon virtuell teil, davon 219 Teilnehmer über das Halbmarathon-Distanz.

PLATZ. VORNAME NACHNAME VEREIN STARTNR AK KLASSE AK PLATZ ZEIT BRUTTO KM/H PACE URKUNDE
TOTAL FIRST NAME LAST NAME ASSOCIATION NO AGE GROUP AGE PLACE TIME BRUTTO SPEED PACE CERTIFICATE
1 Patrick König Europamarathon e.V. / Görlitzer Falken 24 M 30 1 01:10:20 18 3:20
2 Jens Karras Cottbus 61 M 30 2 01:30:51 13,94 4:19
3 Tobias Tabor Cottbus 23 M 30 3 01:31:24 13,85 4:20
4 Holger Müller Laufgruppe Berg & Park – Kassel 31 M 50 1 01:34:37 13,38 4:30
5 Stefan Bauer Niedergörsdorf 67 M 40 1 01:36:23 13,14 4:35
6 Lars Weber Kolkwitz 7 M 40 2 01:37:12 13,02 4:37
7 Mario Hauffe FSV Meuselwitz 22 M 55 1 01:37:26 12,99 4:38
8 Robert Scholtissek Drachhausen 40 M 35 1 01:39:21 12,74 4:43
9 Clarissa Lehmeyer Polizei SV Berlin 56 W 20 1 01:39:35 12,71 4:44
10 Andrej Woiczik Polizei SV Berlin 21 M 50 2 01:40:41 12,57 4:47

Ein toller Erfolg für Clarissa und mich.

Virtueller 18. Spreewaldmarathon 2020

Die größte Breitensportveranstaltung der Region, der Spreewaldmarathon, bewältigt die durch die Corona Krise verursachte Absage auf eigene Art und Weise. Da die einzelnen Disziplinen mit über 15.000 Teilnehmern nicht wie gewohnt an dem Wochenende 18-20.04.2020 in Burg, Straupitz, Lübbenau und Lübben stattfinden konnten, geht der Spreewaldmarathon als Gesamtveranstaltung 2020 virtuell an den Start. Seit dem 17.04.2020 20:00 Uhr können sich die vor angemeldeten Teilnehmer fünf Wochen lang mit Ihren privat gelaufenen Zeiten unter https://virtuell.spreewaldmarathon.de registrieren. Laut Veranstalter werden im Laufe der Zeit auch Nachmelder zugelassen.

Mein Lauf:

mit Daniel in Glashütte

Mit meinem Laufpartner Daniel wollte ich eigentlich am ursprünglichen Datum im April den Halbmarathon zusammen bestreiten und ihn zu einer persönlichen Bestzeit unter 1:50 h führen. Wir waren hervorragend vorbereitet und bereits bei einem Testlauf im März sah man, dass sogar eine schnellere Zeit drin gewesen wäre. Doch “Corona” machte uns einen Strich durch die Rechnung.

 

Während meine Polizei SV Trainingsgruppe tags zuvor endlich wieder gemäß den behördlichen Vorgaben ins gemeinschaftliche Lauftraining einsteigen konnte, lief ich bei sonnigem Himmel und 11 Grad früh um 8.30 Uhr zum Britzer Garten, um den virtuellen Spreewaldmarathon zu bestreiten. Als Strecke diente meine Trainingsrunde und die 10,5 km lange Wettkampfrunde der LC Stolpertruppe. Da das Stadion noch nicht zugänglich war, musste ich 2 10er Runden absolvieren und zum Schluss, dann die letzten 1,1 km Richtung Hochspannungsweg laufen.

 

Bei km 12

Als einer der knapp 800 Teilnehmer am virtuellen Lauf nutzte ich den zwar sehr windigen, aber von den Temperaturen hervorragenden Lauftag, um meinen 21,1 km langen Lauf zu absolvieren. “Live-Tracking” an und ab ging es um 9.00 Uhr. Es war schon sehr anstrengend “vom Kopf” diese Strecke alleine möglichst schnell zu laufen. Dazu noch die zuvielen “Corona-Pfunde” am Bauch, aber ich war sehr gut vorbereitet mit wöchentlichen 50-60 km Laufkilometern und 2 maligem Radfahren. Die ersten beiden Kilometer absolvierte ich in 9:20 Minuten, die 5 Kilometer-Marke erreichte ich dann nach 23:56 Minuten. Es lief gut, die erste Runde durchlief ich nach 48:05 Minuten, die Kilometerabschnitte waren relativ gleichmäßig.

Bei km 15 hatte ich zwar ein wenig mentale “Probleme”, aber die 1:11:49 h waren schneller als bei meinen beiden letzten Halbmarathon-Wettkämpfen. Kurz vor 20 km (1:35:57 h) mobelisierte ich nochmals meine Kräfte und erreichte total happy und zufrieden in 1:40:41 h “das Ziel”.

Meine 5er Zeiten: 23:56, 24:09,23:44, 24:08 Minuten

Bis zum 24.5 können die verbleibenden virtuellen Teilnehmer noch beim Veranstalter ihre Laufresultate kundtun, dann erfolgt die Auswertung und man erhält eine Urkunde.

Leider erfuhr ich kurz nach dem Zieleinlauf, dass am 20.6. der geplante Start beim Lauf um den Senftenberger See “Coronabedingt” abgesagt worden ist. Ob meine drei geplanten drei Bahnwettkämpfe in Sachsen und Berlin tatsächlich stattfinden werden, wird man sehen. Ansonsten wird es dann wohl einen “Testlauf” mit Tempomachern über 1500 Metern im Juni oder Juli geben.

Für den Spreewaldmarathon 2021 habe ich mich schon angemeldet und hoffe, dass Daniel und meine Trainingsgruppenmitglieder auch wieder im Spreewald an den Start gehen werden.

25 km von Berlin- ein ausgefallenes Jubiläum

25 km von Berlin im Jahr 1997

Keine müden Muskeln, keine Glückshormone nach erfolgreichem Zieleinlauf im Berliner Olympiastadion, nein das Corona-Virus verhinderte den Jubiläumslauf am gestrigen Sonntag. Das Vorbild für sie war vor allen New York City: Dort führte der Marathon bereits seit 1976 mit großem Erfolg mitten durch die Stadt. Am 29. März 1981 hatte der London-Marathon eine großartige Premiere, 1974 startete der BERLIN-MARATHON (damals noch Berliner Volksmarathon) in der Waldschulallee, am 17. Mai 1981 wurde in Frankfurt der Marathon als City-Marathon gestartet.
Im Herbst 1981 führte schließlich auch die Strecke des BERLIN-MARATHON erstmals mitten durch das westliche Zentrum der damals noch geteilten Stadt.

 

1985 erfolgreich unter 1:40 h im Ziel

Unter den nun im Frühjahr aufgrund der Coronavirus-Krise abgesagten Rennen waren ein paar, die ihr 40. Jubiläum feiern wollten. Dies trifft auch auf jenen Lauf zu, der im Frühjahr 1981 als erstes großes deutsches City-Laufspektakel in die Geschichte einging: Der Berliner 25-km-Lauf, der zunächst „25 km de Berlin“ hieß, fand auf den Tag genau heute vor 39 Jahren statt, am 3. Mai 1981.
Mit diesem Rennen startete die deutsche Laufbewegung im großen Stil.
Die Straßen waren bis zu jenem 3. Mai nicht für die Läufer da. Es gab vor allem in Berlin in den Jahren zuvor schon Bemühungen, es den Amerikanern nachzumachen.

 

2001 kurz vor dem Ziel

Doch alle Versuche scheiterten an den Behörden und der Polizei. Um- und vor allen Dingen durchsetzen konnten diese Pläne als erstes die französischen Alliierten in Berlin. Sie organisierten die „25 km de Berlin“, die somit zu einem Wegbereiter deutscher Cityläufe wurden.
Der französische Major Bride hatte einst die Idee für einen 25-km-Lauf quer durch Berlin. Vorbild war für ihn das 20-km-Rennen von Paris nach Versailles. Da das alliierte Recht in Berlin Vorrang hatte, konnte die Polizei nichts unternehmen, um die Pläne der Franzosen und den Lauf mitten durch die Stadt zu stoppen.

 

 

2002 vor dem Ziel am Glockenturm

Nicht nur für Major Bride und die ihm bei der Organisation zur Seite stehenden Institutionen, der Landessportbund Berlin (LSB) und der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV), bedeutete das einen Großeinsatz, auch für die Polizei. Die „25 km de Berlin“ wurden aber auf Anhieb zu einem vielbeachteten Erfolg, und damit war der Damm gebrochen. Noch im gleichen Jahr verlief auch die Strecke des BERLIN-MARATHON durch die Innenstadt
3.250 Läufer starteten bei der 25-km-Premiere 1981. Die beiden Türken Mehmet Yurdadön und Mehmet Terzi liefen damals nach 1:16:59 Stunden Hand in Hand ins Ziel im Berliner Olympiastadion. Bei den Frauen siegte die Französin Yonille Audibert in 1:36:35.

 

2009 beim 25er im Ziel

Dass es gleich im ersten Jahr zwei Läufer gab, die gemeinsam als Gewinner durch das Ziel liefen, passte zum Konzept der französischen Organisatoren. Denn sie wollten mit dem Rennen ihre freundschaftliche Verbundenheit zu der Berliner Bevölkerung dokumentieren:
Die Soldaten der westlichen Alliierten bildeten während der ersten zehn Jahre einen nicht unerheblichen Anteil am immer größer werdenden Teilnehmerfeld. Bereits 1984 wurden 7.583 Starter gezählt, zwei Jahre später dann 10.063. Den Höhepunkt, was die Beteiligung anging, erlebten die „25 km de Berlin“ 1990. Rund ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer rannten 14.300 Läufer aus aller Welt durch die Stadt.

 

15 PSVer am Start im Jahr 2009

In der Folge gab es über viel Jahre hinweg einen deutlichen Teilnehmerrückgang bei der zuvor zeitweilig größten Laufveranstaltung Deutschlands. Dies lag teilweise daran, dass die Läufer der alliierten Streitkräfte weggefallen waren.
Spitzensportlich sorgte der Berliner 25-km-Lauf, der nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der französischen Alliierten ab 1991 zunächst vom Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) fortgeführt wurde, immer wieder für Furore.

Kurz vor Kilometer 1

Schon in den 80er Jahren trugen sich Weltklasseläufer in die Siegerlisten des Berliner Rennens ein. Zweimal gewann die frühere Marathon-Weltrekordlerin Christa Vahlensieck (Barmer TV/Wuppertal), und 1989 stellte die damalige Marathon-Olympiasiegerin Rosa Mota (Portugal) mit 1:25:46 Stunden einen Streckenrekord auf.

 

Nachdem es 1992 den bisher einzigen Berliner Doppelerfolg gegeben hatte – Kathrin Ullrich-Weßel verbesserte den Kursrekord auf 1:24:41 und Rainer Wachenbrunner steigerte sich auf 1:15:21 -, lief Tendai Chimusasa (Simbabwe) 1993 überraschend eine Weltbestzeit von 1:14:25 Stunden. In der Folge wurden bei dem Rennen sechs weitere 25-km-Weltrekorde aufgestellt. Sieben globale Bestzeiten können im internationalen Straßenlauf nur wenige Rennen vorweisen.

 

 

 

Ganz große spitzensportliche Höhepunkte erlebte das Rennen 2010 und 2012. Inzwischen hatten die erfahrenen Berliner Leichtathletik-Veranstalter und -Manager Gerhard Janetzky und Christoph Kopp das Rennen vom BLV übernommen und unter dem Titel „Berlin läuft … 25 km“ wieder in ein erfolgreicheres Fahrwasser geführt – so stiegen die Teilnehmerzahlen für den Traditionslauf endlich wieder an und das Rennen wurde wieder stärker international wahrgenommen.
Am 9. Mai 2010 schrieb der 25-km-Lauf bei seiner 30. Auflage ein Kapitel Leichtathletik-Geschichte. Die Kenianer Samuel Kosgei und Mary Keitany stürmten zu einem einmaligen Doppel-Weltrekord und krönten damit die Jubiläumsausgabe.

Quelle: GRR
Erster 25er

Nie zuvor – und das gilt bis heute – brachen in einem Straßenrennen beide Sieger die bestehenden Weltrekorde, egal über welche Distanz. Sammy Kosgei stürmte nach 1:11:50 Stunden ins Ziel im Berliner Olympiastadion, Mary Keitany blieb mit 1:19:53 sogar als erste Frau unter 1:20 Stunden und durchbrach damit eine Schallmauer. Im hochklassigsten 25-km-Rennen aller Zeiten nutzten die Topathleten die idealen Wetterbedingungen.

 

Kurz nach dem Start

Während die Bestzeit von Mary Keitany nach wie vor Bestand hat, steigerte der kenianische Newcomer Dennis Kimetto am 6. Mai 2012 den Welt- und Streckenrekord in Berlin auf 1:11:18 Stunden. Auch diese Marke von Kimetto wird vom internationalen Leichtathletik-Verband World Athletics nach wie vor als schnellste Zeit aller Zeiten gelistet.
Heute nur noch ein Schatten seiner selbst
Leider hat sich der Höhenflug des Berliner 25-km-Laufes in den letzten Jahren nicht fortgesetzt.

 

 

Seit der Übernahme der Veranstaltung durch das belgische Unternehmen „Golazo Sports“ ist der Traditionslauf nur noch ein Schatten seiner selbst. Es ist bedauerlicherweise offensichtlich, dass es den heutigen Betreibern in erster Linie nicht mehr um den sportlichen und historischen Wert der Veranstaltung geht, die eine derart hohe Bedeutung für den deutschen Laufsport hat.
Es bleibt die Hoffnung, dass die Veranstaltung aber bald wieder den Weg zurück in der Erfolgsspur findet.

18 Teilnahmen seit 1984:

Persönliche Bestzeiten bei dieser Veranstaltung: 25 km:1:39:40 (2002), Halbmarathon: 1:23:40 (Durchgangszeit 2002), 10km: 37:58 min.(2005)

Wie es derzeit aussieht werden bis womöglich 2021 keine Lauf-und Gehwettkämpfe ausgetragen 

Auszug: DLV Übergangsregeln für Wiedereinstieg in Training und Wettkämpfe

Disziplinen Lauf/Gehen: Wettkämpfe in den Disziplinen Lauf/Gehen können unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und der weiteren Sicherheitsvorkehrungen ab 800 m eigentlich nicht umgesetzt werden. Vorstellbar sind Wettkämpfe in diesen Disziplinen nur unter der Voraussetzung, dass über entsprechende zeitnahe Gesundheitsnachweise (z.B. Corona-Schnelltest, Fiebermessung) alle teilnehmenden Sportler gesund sind.

Aus meiner Sicht ein Armutszeugnis für den DLV. In der Schweiz & Österreich werden andere Lösungen gesucht, damit ab Sommer/Herbst 2020 wieder Sportler an der Wettkampf-Startlinie stehen.